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Hier nach Norden:
@ 13.06.09 – 15:25:32
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Tolle Ansicht
@ 10.03.09 – 13:19:53
Frage des 10-Jährigen, der vor einem abstrakten Gemälde Gerhard Richters im Münchner Haus der Kunst steht:
Woher weiß der Künstler, wo oben und wo unten ist?
Antwort der Begleiterin, die offensichtlich seine Mutter ist:
Ein Künstler weiß immer, wo oben und wo unten ist! -
Aufgrund der großen Nachfrage im eigenen Unternehmen?
@ 24.02.09 – 09:20:10
Na, wie finden wir das denn? Während die Verlage und Medienhäuser landauf, landab Stellen streichen, umbauen und einsparen, denkt ein Münchner Verlag weiter und wirbt auf seiner Website seit kurzem mit einem eigenen, neuen Umzugsportal. Service wird groß geschrieben, und der User bekommt praktische Tipps zum Wohnungs- und Ortswechsel, zu Luftpolsterfolie und Pappkartons (Standard oder Klassik?). Er kann sich an einen persönlichen Umzugsplaner wenden, Preise vergleichen, die neue Umgebung kennen lernen und sich selbstverständlich vernetzen. Mit anderen Betroffenen? Vielleicht denken wir aber auch wieder einfach nur zu kurz und das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
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An dieser Stelle...
@ 18.02.09 – 15:51:20
scheren wir radikal aus. Und bloggen eine Geschichte, die arg wenig zu tun hat mit den Inhalten, die Sie hier sonst serviert bekommen. Wir bitten unsere Stammleser um Nachsicht und versprechen, uns bald wieder den gewohnten Themen zu widmen.
Pelle lebte jetzt schon fast zwei Jahre bei Herrn G. in der kleinen Stadt am Meer. Die beiden bewohnten eine schöne Wohnung in der Nähe des Stadtparks und führten das, was man ein zufriedenes Leben nennt. Zwar pflegte Herr G. die eine oder andere Schrulle, doch bei den Nachbarn war er durchaus beliebt. Und was Pelle betraf: er war ein Hund mit so genanntem Migrationshintergrund.
Geboren irgendwo in Italien und ausgesetzt von Menschen, denen er eine Last war, musste er sich alleine durchschlagen. Es fiel ihm nicht schwer. Tagsüber brauchte er nur seiner Nase nach zu laufen, die ihn zu einschlägigen Restaurants führte und wo er gegen Abend immer etwas zu fressen bekam. So gelangte Pelle nach vielen tausend Kilometern weiter und weiter nach Norden und schließlich in die kleine Stadt am Meer.
Es war ein milder Frühlingsabend, als ihn dort seine Nase im Stich ließ und Pelle eher Fisch statt Fleisch witterte. Alles roch nach Meer und Salz, Weite und Horizont. Vergeblich strich er um die Mülltonnen der Häuser und fiel schließlich mit knurrendem Magen vor einem Hauseingang in den Schlaf.
Es war das Haus, in dem Herr G. wohnte, und es war Herr G., der Pelle fand und bei sich aufnahm. Die beiden waren ein Bilderbuch-Paar von Herr und Hund. Pelle: klein, wendig und mit weiß-braunem, kurzem Fell. Herr G.: stattlich und sportlich-elegant. Die Zwei verstanden sich ohne große Worte. Herr G. ließ Pelle oft einfach herumstromern und gewährte ihm viele Freiheiten. Die Kinder in der Nachbarschaft fanden Pelle suuuper süüßß, die Erwachsenen nannten ihn ein aufgewecktes, lebendiges Kerlchen.
Auch mit anderen Hunden kam Pelle gut klar. Leider ließen sie ihn hin- und wieder spüren, dass er ein Zugelaufener war. Ohne Stammbaum. Ohne Familie. Ohne Zugehörigkeit. Pelle stimmte das traurig und so fragte er eines Tages Herrn G., ob er getauft werden könne, damit er auch endlich und wirklich dazu gehöre.
Herr G. war erst sprachlos, dann polterte er: Du bist doch verrückt! Wie stellst du dir das vor? Dass ich zum Pastor gehe und sage: ‘Entschuldigung, lieber Pastor M., könnten Sie vielleicht meinen Hund Pelle taufen?‘ Bei aller Liebe, das geht zu weit!
Na ja, antwortete Pelle, du musst ja nicht gleich so konkret werden. Du könntest sagen, ich sei ein Geschenk des Himmels...
Pelle, unterbrach Herr G., hör auf mit dem Quatsch! Ich will von dem Thema nichts mehr hören. Aus.
Pelle legte sich in seinen Korb und dachte nach. Er hatte schon oft gehört, dass Hunde sozusagen getauft werden. Zwar waren das meist Rettungs- oder Jagdhunde, denen nach bestandener Prüfung ein bestimmtes Halsband angelegt wurde, was die Besitzer dann Taufe nannten. Doch auch für Zugelaufene wie ihn, die weder Jagd- noch Rettungshunde waren, müsste es doch die Möglichkeit geben, offiziell in eine Gemeinschaft aufgenommen zu werden?
Am nächsten Morgen rannte Pelle zuerst zur Kirche, studierte die Zeiten für den Gottesdienst und spitzte dann seine Ohren. Tatsächlich. In knapp einer Woche würde es so weit sein. Familie D. hatte Zuwachs bekommen, die kleine Lena sollte getauft werden. Pelle freute sich für Familie D., vor allem aber für sich selbst.
Am Tag der Taufe schlenderte Pelle um die Kirche und legte sich zu Beginn des Gottesdienstes auf die Stufen in die Sonne. Er ignorierte die anderen Hunde, die mit ihren Besitzern an ihm vorbei spazierten, denn sein Vorhaben sollte sein Geheimnis bleiben. Ausserdem waren seine Konzentration und Kraft gefordert.
Als der Gottesdienst zu Ende war, strömten die Menschen heiter gelassen aus der Kirche. Pelle sauste hinein, nahm im Mittelschiff ordentlich Tempo auf und fixierte das Taufbecken. Ein letzter tollkühner Satz - und Pelle war drin. Er schüttelte sich kurz, hüpfte aus dem Becken und flitzte aus der Kirche. Fröhlich. -
Unsätze
@ 20.01.09 – 14:03:53
Es geht doch gar nicht mehr nur um einzelne Unworte wie „Notleidende Banken“ sondern um ganze Unsätze. Heute zum Beispiel im Münchner Teil der Süddeutschen Zeitung in einem Beitrag über „Babyboom im Neubauviertel“ im Allgemeinen und in Neu-Riem im Besonderen:
“...198 Kinder haben dort im vergangenen Jahr ihre Gitterbetten bezogen...“
Stellen Sie sich das doch mal vor!
Kleinkind brabbelt vor sich hin und eröffnet der Erziehungsberechtigten: „Du, Mami, ab 1.Februar zieh’ ich in ein Gitterbett in Neu-Riem.“
„Prima, sind die endlich bezugsfertig? Da wird Papi froh sein! Aber versprich mir: ein Mal in der Woche kommst du zum Essen nach hause. Und deine schmutzigen Windeln darfst du mitbringen. Und wenn du sonst noch was brauchst, du weißt ja, wir sind immer für dich da. Ich freu’ mich mit dir, dass du ein Gitterbett in Neu-Riem beziehen kannst!“
Völlig durchgeknallt, oder? Jeden Tag hört oder liest man Unsätze. Der Chef eines Kosmetikunternehmens zum Beispiel ist vor einigen Tagen im Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit diesem Satz zitiert:
„Wir glauben an die Gesichtscreme für die Frau ab 50.“
Was meinen Sie, wie sich Tante Ruth über diesen Satz gefreut hat!? Dieselbe Tante, die ihr Leben lang eigentlich an der freien Entfaltung zweifelte - im Gesicht und auch sonst wo - schöpft seit ein paar Tagen neue Freude aus ihrem Glauben an Gesichtscreme -
Schau'n wir mal...
@ 12.01.09 – 10:21:58
Der stille junge Mann, seit einigen Jahren Brillenträger, hat den Termin bei der Augenärztin „nur zur Kontrolle“ gemacht und liest die großen und kleinen Buchstabenreihen fehlerfrei. Alles in Ordnung.
Dennoch druckst er rum, setzt seine Brille auf und wieder ab und schaut die Ärztin an. Gibt’s noch was?
„Meine Freundin sagt in letzter Zeit immer öfter, dass ich schiele.“ -
Völlig un-up-to-date
@ 02.01.09 – 17:11:12
Hat sich Vieles angesammelt in den langen Wochen unserer Abwesenheit. Frau Krause, unsere nette Postbotin, bringt die gelagerte Post stapelweise, und die Zahl der Mails ist auf Rekordniveau. Wir arbeiten alles sorgfältig ab, was dazu führt, dass wir zeitlich hinterher kleckern. Und während die anderen heute den 2.1.2009 abarbeiten, hängen wir noch im vergangenen Jahr rum. Eigentlich ein schönes Gefühl, aus dem Mustopf zu kommen und so völlig un-up-to-date zu sein.
In der Post ist auch eine Einladung zum Querdenken. Ein Event mit „keynote“ wird versprochen. Ein Stelldichein von Deutschlands führenden Querdenkern. Frühbucherrabatt gibt’s natürlich auch. Querdenken leicht gemacht? Mit Querdenken zu Glück und Wohlstand? Denke quer und sorge Dich nicht? Spinnen Sie sich aus, lernen Sie leben?
Nachdem die Trend- und Zukunftsforscher mit ihrem Prognosen-Latein so ziemlich am Ende sind, beziehungsweise: sich wiederholen, kommen jetzt offenbar verstärkt die Querdenker zum Zuge. Alles nur eine Frage des Marketings. Und das hat mit Querdenken so viel zu tun wie Innovation und Kreativität mit Werbung. -
Mitgehört
@ 13.10.08 – 13:40:33
Frage: Haben Sie ein Handy?
Anwort: Nein, hab’ ich nicht.
Emailadresse?
Nein, auch nicht.
Einen Anrufbeantworter?
Nein. Nur ein Telefon.
Ein Fax?
Nein.
Mein Gott, wo leben Sie denn?
Hinterm Mond. Dort lebt es sich eigentlich recht schön. -
Herr K. und die Krise
@ 08.10.08 – 10:54:21
Herr K. hat als Finanzmanager Milliarden verzockt, ist dafür ordentlich geschimpft und seinen Job letztendlich los geworden. Fällt er jetzt in ein schwarzes Loch, ins Nichts? Wenn einer wie Herr K. fällt, dann vermutlich eher in die Baugrube seiner neuen Villa, die so gut wie fertig ist. Er kann sich also voll und ganz auf sein privates Projekt konzentrieren, selbst mit anpacken wenn es sein muss. Im Schoß der Familie und hinter den Zäunen von Immobilien tanken Männer wie Herr K. ja bekanntlich immer wieder neue Kraft für neue Taten. Und wenn mal alles schön strahlend und groß und mächtig steht, lädt Herr K. vielleicht zur Jahreswende zum Housewarming ein. Die Korken werden knallen und Herr K. wird lachen. Neues Jahr, neues Spiel, neues Glück. Den Kater haben andere.
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Mannomann
@ 06.10.08 – 10:11:50
Klatsch gibt es bei uns im Viertel jede Menge und jeden Tag und er ist genauso bunt und absurd und manchmal auch doof und peinlich wie überall, doch was am Samstagmorgen hier gerüchteweise die Runde machte ist so besoffen, dass wir es kurz in einem Satz wiedergeben, weil wir uns nicht länger wundern wollen über die vielen männlichen Bogenhausener, die am Samstagmorgen ganz aus dem Häuschen waren, lange bevor Carla Bruni neben Kalle Lagerfeld bei Gottschalk am Abend auf dem Sofa saß, weil kolportiert wurde, dass Madame vielleicht ja auch noch auf der Wiesn vorbei schauen würde, woraufhin einige Klugmeier zu wissen meinten, dass sie dann vielleicht sogar irgendwann in unserem Viertel auftauchen könnte, weil doch angeblich eine Tante von Carlas Mann gleich bei uns um die Ecke wohnt.
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Gestern bei unserem...
@ 28.09.08 – 13:48:00
...Lieblingsmetzger im Lehel: Die Frau ist weit über Achtzig. Zerbrechlich. Der Mantel, die Schuhe, das Rollwägelchen – aufgebraucht, alt. Langsam geht sie in den Laden. Der Metzger grüsst, nimmt aus ihrer Einkaufstasche das Portemonai, schaut auf einen verknitterten Zettel und schneidet auf. „Wie immer?“, fragt er. „Bitte wie immer.“
Hinterschinken, Leberkäs, zwei Fleischpflanzerl, hausgemachter Kartoffelsalat, ein kleines Schälchen Fleischsalat, einige Scheiben kalter Schweinsbraten. Zusammen knapp 14 Euro. Der Metzger nimmt einen Zehn-Euro-Schein aus dem Portemonai.
„Sieben Euro, Frau K., wie immer, Wechselgeld leg ich wieder zurück.“ Die Frau lächelt. „Danke.“ „Gern. Wiederschaun und bis nächste Woche.“ -
Showdown?
@ 23.09.08 – 17:01:59
Finanzmanager, das haben uns die zurückliegenden Wochen gelehrt, sind eine Klasse für sich. Zum Beispiel haben sie Spitznamen, die nachdenklich machen. Vorausgesetzt, es stimmt, was die Medien so veröffentlichen.
John Mack, Chef der Ex-Investmentbank Morgan Stanley, gilt in seinen Kreisen laut Manager Magazin, Handelsblatt und anderen als „das Messer“.
US-Finanzminister Henry Paulson trägt, wie wir der heutigen SZ entnehmen, seit College-Tagen den Spitznamen „der Hammer“.
Und über Alexander Dibelius, Deutschlandchef von Goldmann Sachs, schrieb BusinessWeek schon vor vielen Jahren: Er hasse es, „master of the universe“ genannt zu werden: „His clients say he prefers ‚hired gun’.“
Das Messer, der Hammer, das Gewehr. Woran denken Sie bei diesen Begriffen? Genau! Wir auch. -
Masterplan
@ 16.07.08 – 18:16:14
Dass die Postbotin immer so genau weiß, wo sie welche Briefe einwerfen soll?!! Die Namensschilder an vielen Häusern bei uns im Viertel sind unbeschriftet. Blank. Kein Name. Aber wahrscheinlich hat die Postbotin einen Masterplan, auf dem verzeichnet ist, wo sie die Briefe für Meier-Müller-Schulze-von-Stockmeier-zu-Zupfenhausen einwerfen soll. Jeder hat ja neuerdings einen Masterplan. Lange war das Wort irgendwie so gar nicht in aller Munde. Doch jetzt taucht es wieder verstärkt auf. Der Verkehrsminister hat einen Masterplan für die Staus auf den Autobahnen, der Chef der Münchner Pinakotheken für das Kunst-Areal („Wir schaffen jetzt etwas Großes“,SZ). Uns klingen die Ohren. Masterplan! Während wir noch mit Listen rummachen - Ferienliste, Einkaufsliste, Official-Shit-Liste (mit Dingen, die wir momentan überhaupt nicht leiden können), Wunschliste - scheinen alle anderen schon weiter. Sie haben Masterpläne. Die Nachbarn zum Beispiel, deren Kinder im Alter von vier Englisch lernten und die jetzt Chinesisch pauken („Mandarin, um genau zu sein, alles andere bringt ja später nichts“) haben bestimmt einen Masterplan. Auch die Praktikantin, die in zwei Monaten in der Filiale in Shanghai arbeiten will („Mindestens, sonst wird’s später mal eng, jobmässig“) hat ihn offenbar. Und der Single-Mann von gegenüber? „In zwei,drei Jahren ist bei mir ein Hund angesagt!“ Masterpläne all überall.
Was aber, wenn das Leben einen Strich durch den Masterplan macht? Masterplan-Menschen machen dann bestimmt flugs neue Masterpläne. Und wenn man sie im Alter von 80 oder 90 fragt, na, wie war’s denn so, ihr Leben? knallen sie vielleicht einen ganzen Packen Masterpläne auf den Tisch: „Sehen Sie selbst. So war’s mal geplant. Ist aber ganz anders gekommen.“ Gottseidank. -
Frau will's wissen
@ 31.05.08 – 14:15:09
Heute früh an der Tivoli-Brücke, Mauerkircherstrasse/Ecke Thomas-Mann-Allee:
Radlerin: „Sie kennen sich doch hier bestimmt aus?!“
- Ja.
„Wie komme ich am schnellsten zur Münchner Freiheit?“
- Entweder hier über die Tivoli-Brücke, dann quer durch den Englischen Garten. Oder Sie fahren die Thomas-Mann-Allee bis zum Ring und dann durch den Garten.
„Und was geht am schnellsten?“
- Wahrscheinlich durch den Englischen Garten.
„Danke. Ich wollte nur wissen, ob mein Mann Recht hat!“ -
Glücksbringer
@ 06.04.08 – 17:16:24
Die Frage, ob er zufällig ein Taschentuch dabei habe, beantwortet der ältere Herr schnell und ohne zu zögern: Ja. Selbstverständlich. Aus Stoff natürlich.
Seit Jahrzehnten benutzt er nur Stoff-Taschentücher.
Er erinnert sich, dass vor dem Mehrfamilienhaus, in dem er mit seinen Eltern lebte, eines Tages im Gebüsch direkt neben der Haustür ein Taschentuch hing. Sauber und weiß und verziert mit einer kleinen Blume in jeder der vier Ecken. Er war damals etwa zwölf Jahre alt und es war ihm herzlich egal, woher das zarte Tüchlein kam, ob es jemand verloren haben könnte, geschweige denn, wem es gehörte. Es sah aus wie neu und hing unbeachtet im Gestrüpp.
Als er eines Morgens auf dem Weg zur Schule die Treppen hinunterlief, wurde die alte Dame aus dem zweiten Stock gerade auf einer Trage aus ihrer Wohnung gebracht. Krankenhaus! Zwischen Tür und Angel trafen sich ihre Blicke. Er wollte etwas sagen, wusste aber nicht was, griff stattdessen ins Gestrüpp und reichte der Nachbarin das Taschentuch.
Zwei Wochen später war die Frau wieder zu Hause, konnte die Wohnung aber offenbar nicht mehr verlassen. Sie saß oft stundenlang am Fenster, und wenn er nach Hause kam oder das Haus verließ, blickte er zu ihr hoch. Sie winkte ihm dann jedes Mal mit dem Taschentuch zu.
Noch heute, Jahrzehnte später, glaubt er, dass das Tuch der alten Dame Glück gebracht hat, ein paar Jahre wenigstens.
Und wenn es einen besonderen Anlaß gibt, geht er in ausgewählte Geschäfte und sucht nach einem angemessenen, schönen Taschentuch. So wie andere Leute Pralinen verschenken, verschenkt er Taschentücher aus Stoff. -
Jaaa...wir sind wieder im Lande!
@ 30.03.08 – 14:05:15
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